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Die Entthronung der Illusion: Vom Schatten Gottes zur Souveränität des Homo Deus

Gibt es „Gott“?


Mein ganzes Leben lang wurde mir von der Familie und dem System eingetrichtert, dass ein allgegenwärtiges Wesen existiert, dessen Kind ich bin. Ein Gott, der überall ist und vor dem es keine Geheimnisse gibt.


Als Kind nimmt man diese geistige Nahrung ungefiltert auf. Doch heute erkenne ich: Das Konzept der permanenten Beobachtung kann eine Ur-Paranoia auslösen, die das Wachstum des Individuums massiv behindert.


Es dauerte fast 40 Jahre, bis ich dieses Konstrukt bis ins Detail durchschaut hatte. Ich musste mir eingestehen: Der monotheistische Gott, wie er oft gelehrt wird, ist häufig der Ursprung einer kollektiven Halluzination.


In meinem Werk Archaegenese konnte ich hoffentlich verdeutlichen, dass die antiken Götter reale Menschen waren – Persönlichkeiten, die durch rigorose Leistung für ihr System zu Legenden und schließlich zu Gottheiten verklärt wurden.


Die Ghostcloud der Überwachung


Das Konzept „Gott“ fungiert oft als mächtige Ghostcloud – ein immaterielles Konstrukt, das durch den Glauben von Milliarden Seelen über Jahrtausende gespeist wurde. Während polytheistische Götter oft auf menschlichen Archetypen und Taten basieren, lebt der abstrakte Monotheismus von der Macht, die das Individuum an ihn abtritt.


Es heißt oft: „Gott hilft denen, die sich selbst helfen.“ Die psychologische Wahrheit dahinter ist: Du selbst besitzt die schöpferische Kraft. Durch die Machtübergabe an einen imaginären Außen delegiert der Mensch seine Eigenverantwortung weg.

Das Dogma „Gott ist überall“ entzieht dem Menschen zudem sein höchstes Gut: die psychologische Privatsphäre. Wer sich permanent beobachtet und gerichtet fühlt, legt den Grundstein für eine tiefe existenzielle Angst.


Religion als Kontrollmechanismus


Historisch und soziologisch betrachtet wurde das Gottesbild oft instrumentalisiert, um Menschen in einem Zustand der Abhängigkeit und Keuschheit zu halten. Wenn Gott und Teufel als zwei Seiten derselben Kontroll-Medaille agieren, wird eine Welt erschaffen, in der Zwietracht zwischen den Religionen gesät wird.



Obwohl viele Religionen denselben Ursprung beanspruchen, kämpfen sie oft um das Absolutrecht ihres Glaubens, was Institutionen enorme Macht und finanzielle Mittel sichert.


Als mir dieser Mechanismus klar wurde, wusste ich, dass ich handeln muss. Doch wer eine mächtige Ghostcloud verlässt, braucht einen energetischen Ersatz, um nicht in eine „Terrorblockade“ der Leere zu geraten.


Die Entmystifizierung der Komplexität: Gott, Illuminaten und der Zufall


Das Konstrukt „Gott“ lässt sich psychologisch eins zu eins mit dem Phänomen der „Illuminaten“ in Verschwörungstheorien vergleichen. Für den Verschwörungstheoretiker sind die Illuminaten die universelle, vereinfachte Antwort auf alles Schlechte in der Welt.


Der monotheistische Gott hingegen fungiert als das „Illuminati-Netzwerk“ der Vergangenheit – er wird als pauschale Antwort für alles Gute und alles Karmische herangezogen.

Sowohl „Gott“ als auch die „Illuminaten“ sind bequeme und denken schonende Konzeptionen.


Sie berauben die Realität ihrer dynamischen Komplexität und stoppen jede Form von geistigem Wachstum bereits im Keim. Wer sich mit diesen statischen Antworten zufriedengibt, hört auf, über die wahre Natur der Dinge nachzudenken und verharrt in der Passivität.


Dabei folgen verschiedene Gruppierungen denselben psychologischen Mustern der Simplifizierung:


  • Für den Verschwörungstheoretiker sind es die Illuminaten.

  • Für den Leichtgläubigen sind es Gott oder der Teufel.

  • Für den Wissenschaftler ist es der Zufall.


In Wahrheit sind all diese Begriffe lediglich Platzhalter für ein fehlendes Verständnis der tieferliegenden, metaphysischen Gesetzmäßigkeiten. Sie dienen dazu, die eigene Verantwortung für die Gestaltung der Realität abzugeben.


Der Weg des Homo Deus hingegen verlangt, diese Illusionen zu durchschauen und die Komplexität der Informationspsychologie anzuerkennen, um vom reinen Reagieren zum bewussten Agieren zu gelangen.


Die Wende zum Buddhismus und zum Homo Deus


Ich fand eine Antwort im Buddhismus – einer Lehre, die ohne das Konzept eines strafenden Schöpfergottes auskommt und auf Selbsterkenntnis sowie ethischer Souveränität basiert.


Lange Zeit wollte ich als „Missionar“ dagegen argumentieren, doch nach 40 Jahren erkenne ich die Freiheit, die in der Verneinung eines externen Richters liegt.


„Gott“ existiert für mich nicht als Nomen (als feststehendes Wesen), sondern als Verb: als göttliches Wirken durch den Menschen selbst. Mit dieser Erkenntnis ist meine Reise zum Homo Deus – dem Menschen, der die Verantwortung für seine Evolution übernimmt – endgültig eingeleitet.


Ich habe mich von der kontrollierenden Ghostcloud der Paranoia gelöst und bin in die buddhistische Cloud der Hingabe und ehrlichen Heiligkeit übergegangen.


Glaube ist Macht.


Wer aufhört, sein Licht an ein imaginäres Wesen abzugeben, beginnt, selbst zu leuchten.

Und anscheinend haben das die monotheistischen Religionen versucht zu unterdrücken, damit nur sie leuchten und sonst niemand. Das wäre dann Luzifers Licht.


Hiermit erkläre ich meinen Austritt aus den traditionellen kirchlichen Strukturen und meine Hinwendung zu einem Pfad der Selbstbestimmung.


Denn wahre Spiritualität lässt dir die Wahl.

 
 
 

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